Theaterverein wertete Veranstaltungsjahr aus- Künftige Arbeit offen

14.03.2017

Theaterverein wertete Veranstaltungsjahr aus- Künftige Arbeit offen

Der Hildburghäuser Theaterverein zog auf seiner jüngst durchgeführten Mitgliederversammlung Bilanz. Diese konnte sich für 2016 sehen lassen: Mit insgesamt 8302,41 Euro Eigenmitteln unterstützten die Kulturfreunde letztjährige Veranstaltungen im Stadttheater. Hinzu kamen 12300 Euro an vom Verein beantragten Fördermitteln der Staatskanzlei und des Sozialministeriums. Zu den vom Verein allein finanzierten Projekten gehörte die Inszenierung „Figaros Hochzeit“ vom Naturtheater Bauerbach, die Silvesteraufführung des Loriot- Programms „Von Möpsen und Menschen“ und das Kinderstück „Die faulste Katze der Welt“, welches zum Theatergeburtstag 2016 gezeigt wurde. Diese, sowie die in Kooperation mit der Stadt realisierte Inszenierung „Krieg. Stell Dir vor, er wäre hier“ wurden in enger Zusammenarbeit mit der „Jungen Bühne Hildburghausen“ umgesetzt. Nicht ohne Stolz bemerkte ein Vereinsmitglied, das man mit diesen Aktivitäten wohl rund zehn Prozent des Veranstaltungsaufkommens im Stadttheater abgesichert habe.

Aus Sicht des Vereins erscheint deshalb die Fortführung der Kooperation mit der „Jungen Bühne“ logisch. So soll 2017 die Produktion des Stücks „Erste Stunde“ vom Verein finanziert werden. Bis zu 8000 Euro Eigenmittel will der Theaterverein für das Jugendstück, welches sich dem Thema „Mobbing“ widmet, berappen. Zugleich sind vom Verein beantragte Fördermittel in Höhe von 4850 Euro bereits durch das Land bewilligt. Für den Verein sind das beachtliche Summen, aber Kunst und Kultur benötigen nun einmal eine solide finanzielle Grundlage, wie Reinhard Haschlar in der Diskussion zutreffend anmerkte. Vereinsvorsitzender Tilo Kummer würde indes gern noch einen Schritt weitergehen und in Kooperation mit dem Landkreis eine Feststelle für Jugendkulturarbeit auf den Weg bringen. Eine entsprechende Förderung durch den Freistaat in der offenen Jugendarbeit mit kultureller Ausrichtung sei grundsätzlich möglich. In ersten mit Landratsamt und Stadt geführten Gesprächen kam die Idee auf, diese Stelle eventuell beim Kreisjugendring anzusiedeln. Mit weiteren 2400 Euro müsste sich der Verein für den Fall, dass eine solche Stelle neu zustande käme, jährlich beteiligen.

Allerdings bleiben für den Verein auch offene Fragen. Obwohl der Verein 2016 finanzielle Unterstützung sin so erheblichem Umfang geleistet hat, sind die Gesamtbesucherzahlen im Theater einer Information aus dem Stadtrat zufolge dennoch zurückgegangen. Für den stellvertretenden Vereinsvorsitzenden und Bürgermeister Holger Obst nahm Theatermanager Jürgen Ludwig an der Versammlung teil. Zu deren Überraschung teilte er den anwesenden Vereinsmitgliedern mit, dass die Stadt den diesjährigen Theatergeburtstag wohl ohne den Verein gestalten möchte. Damit steht fest, dass es 2017 kein Kinderstück der „Jungen Bühne“ im Stadttheater geben wird. Offenbar soll der Verein zudem auf seine inzwischen traditionelle Aufführung zum Silvesterabend verzichten. Dies wäre für den Verein nicht nur finanziell ein herber Schlag, den er nicht ohne weiteres verkraften könnte. Die seit vielen Jahren gut besuchten Silvesterstücke waren für die Vereinsarbeit bisher eine sichere finanzielle Bank. Vor allem aber trägt in den Augen der Theaterfreunde der auch bei den neueren Produktionen der Jungen Bühne seit dem viel zu frühen Ableben des unvergessenen Rolf Weißleder anhaltend hohe Besucherzuspruch enorm zur Identifikation der in der Region lebenden Menschen mit dem Stadttheater bei. Mit Bedauern nahm der Verein deshalb zur Kenntnis, dass die Stadt dies offenbar anders sieht. Jürgen Ludwig wurde gebeten, rasch eine verbindliche Aussage der Stadtverwaltung zu erfragen.